Samstag, 2. März 2013

Die Akazie

Akazie
Foto: Leo Michels
Die Akazie gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler, Unterfamilie Mimosengewächse.

Die Blumensprache sagt: "In deiner Freundschaft wird mein krankes Herz genesen."
Oder:
"Wann sehen wir uns wieder?"









Charlotte de Latour zur Akazie:

Akazie. Platonische Liebe.
Die amerikanischen Wälder haben die Akazien dem Gott der keuschen Liebe geheiligt. Ihre Bogen sind von dem dauerhaften Holz dieses Baumes gemacht, so wie die Spitzen ihrer Pfeile. Diese rohen Kinder der Natur, die nichts unterjochen kann, hegen doch in ihren Herzen ein sehr zartes Gefühl; da sie es durch Worte nicht ausdrücken können, so muß ein blühender Akazienbaum ihr Dolmetscher werden.

Die junge Wilde, darin der gebildetsten Schönen ähnlich, versteht diese schmeichelhafte stumme Sprache und nimmt, erröthend, dieses Opfer der Huldigung von dem an, dessen Herz Achtung und Liebe für sie durchdrungen hat.

Robinie (pseudoacacia)
Foto: Leo Michels
Seit etwa einem Jahrhundert haben die Wälder Canadas unserm Erdkreis diesen Baum geliefert. Der Botaniker Robin, der ihn zuerst nach Frankreich brachte, hat ihm seinen Namen gegeben. Die Akazie verlängert, durch ihren sanften Schatten, ihre duftenden Blüthen, ihr freundliches und frisches grünes Laub, den Frühling. Die Nachtigall baut gern ihr Nest in diesem neuen Ankömmling in unsrer Zone, und lieblich ertönt ihr Gesang aus seinen Zweigen, ein Dank für den Schutz, den sie darin findet.
Anmerkung: Robinie = Falsche Akazie




Hummel auf Robinie
Foto: Hedwig Storch
Jean Robin (* 1550 in Paris; † 25. April 1629 ebenda) war ein französischer Apotheker und Botaniker. Er diente als Hofgärtner unter Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIII. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „J.Robin“. 

Die Pariser Medizinfakultät beauftragte Jean Robin 1597 mit der Anlage eines botanischen Gartens. Er führte sowohl die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) als auch den Straucheibisch (Hibiscus syriacus) in Frankreich ein. Zwei der Anfang des 17. Jahrhunderts von Robin gepflanzten, auch Scheinakazien genannten Gewöhnlichen Robinien sollen die Jahrhunderte überdauert haben und gelten als die ältesten Bäume der Stadt Paris.
Quelle: Wikipedia

Die Pappel


Foto Leo Michels
Die Pappel steht als Symbol für Totenklage, Furcht, Schmerzen, Ehe, Arroganz. Weitere Namen sind Beberesche, Zitterpappel, Espe.

Redewendungen: 


  • Zittern wie Espenlaub
  • Der Espe das Zittern lehren wollen
  • Es ist keinen Pappenstiel wert

Die Blumensprache sagt: "Ich bin verschwiegen wie das Grab."

Charlotte de Latour über die Pappel

Pappel. Wohlthätigkeit. 
Foto Leo Michels
Die Pappel ist das Symbol der Wohlthätigkeit, sie ist die Freundin des Armen. Sie wächst kunstlos an den Ufern des Baches, der sie tränkt, und um die Hütte, wo man ihr ungestört ein Plätzchen gönnt. Sie unterwirft sich aber auch gutwillig der Kultur, und man sieht zuweilen ihren bescheidenen Stämme mitten unter den Blumen der Gärten. Sie hat nichts finsteres noch abschreckendes, ihr Anblick ist erfreulich und gefällig. Ihre Blüthen, von lieblicher Röthe, stehen mit ihren Zweigen und Blättern in Einklang, die, wie sie, mit einem silberfarbigen wolligen Glanz schimmern.

Sie macht einen gleich sanften Eindruck auf das Auge, das sie betrachtet, als auf die Hand, die sie berührt. Ihre Blüthen, ihre Blätter, ihre Zweige, ihre Wurzel, alles gewährt wohlthatigen Nutzen. Man bereitet daraus Flüssigkeiten, Syrup, Mundküchelchen u. dergl., die eben so wohlschmeckend als heilsam sind. Selbst ihre Wurzel stillt dem verirrten Wanderer, ohne Schaden für seine Gesundheit, den Hunger. Man darf diesen Baum nur mit einigem Nachdenken ansehen, um in allen Naturerzeugnissen Beweise der Güte und Vorsicht zu erkennen. Aber die gütige Mutter Natur hat sehr oft, wie in den Pflanzen, so auch in den Menschen, die größten Tugenden unter der bescheidensten Hülle verborgen.

Quelle: Charlotte de Latour: "Die Blumensprache, oder die Symbolik des Pflanzenreichs.

Die Trespe

Foto Leo Michels
Die Trespen (Bromus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie sind weltweit verbreitet.

Trespe. Laster.
Die Trespe gleicht dem Laster, ihr Stiel dem des Walzens; sie wächst unter den nützlichsten Getreidearten. Der kluge, fleißige Landmann sucht sie vorsichtig auszujäten, um nicht zugleich den Sprößling einer guten Saat zu vernichten. So muß ein verständiger Lehrer mit vieler Geduld sich bemühen, die bösen Neigungen, die in dem Herzen seines Zöglings Wurzel geschlagen haben, auszurotten; und sich sorgfältig hüten, nicht auch einen Keim der Tugend zu ersticken, wenn er glaubt, den eines Lasters vernichtet zu haben.

Duguesclins Mutter beklagte sich darüber, daß ihr Sohn täglich, mit Staub bedeckt und oft verletzt in das Schloß zu ihr zurückkehrte. Einst als sie im Begriff war, ihn dafür zu strafen, sagte eine gutmüthige Nonne zu ihr: „Seyn Sie ja behutsam mit Ihrer Züchtigung; es wird eine Zeit kommen, wo diese Fehler, worüber Sie so unzufrieden sind, Ihrer Familie zum Ruhm und dem Vaterlande zum Heil gereichen werden."

Für diese eine Mutter, die auf solche Art einen Mißgriff macht, giebt es sehr viele, die selbst die Trespen der bösen Angewohnheiten und der Untugenden in den Herzen ihrer Kinder hegen und pflegen, und es nur dann erst gewahr werden, wenn sie zur Erntezeit zu tiefe Wurzeln geschlagen haben.
Quelle: Charlotte de Latour "Die Blumensprache, oder Symbolik des Pflanzenreichs."

Korn

Foto: Pixabay

Korn. Reichthum. 

Nach der Meinung der Pflanzenkundigen findet man keine Getreideart mehr in ihrem ursprünglichen Zustande. Alle diese Pflanzen scheinen von der Vorsehung der Obhut der Menschen, nebst der Benutzung des Feuers, anvertraut zu seyn, um ihnen dadurch die Herrschaft über die Erde zu sichern. 

Mit Korn und Feuer kann man alles übrige entbehren, alles übrige erlangen. Der Mensch kann, bloß mit Getreide, alle Hausthiere erhalten, die ihn ernähren und seine Arbeiten mit ihm theilen. Das Schwein, das Huhn, die Gans, die Ente, die Taube, der Esel, das Schaf, die Ziege, die Kuh, der Stier, das Roß, die Katze und der Hund; die ihm dafür zur Wiedervergeltung, Fleisch, Speck, Eier, Wolle u. m. dergl. liefern, ihm nützliche Dienste leisten und ihm Zuneigung und Dankbarkeit beweisen. 

Das Korn ist das erste Band der Geselligkeit, denn sein Anbau und seine Zubereitung erfordern viele und angestrengte Arbeiten und wechselseitige Hilfe; daher nannten auch die Alten die Ceres die Gesetzgeberin. 

Ein Araber, in der Wüste verirrt, erzählt der Dichter Sady in seinem Gulistan, hätte seit zween Tagen nichts gegessen; er sah den Hungertod vor Augen. Als er bei einem Brunnen Vorbeiging, wo die Karavanen zu rasten pflegten, wurde er einen kleinen ledernen Beutel gewahr. Er hob ihn auf: „Gott sey gelobt!" rief er aus: ich glaube, es ist etwas Mehl darin!" Hastig öffnete er ihn, aber, als er seinen Inhalt gewahr wurde, rief er schmerzhaft aus: „O ich Unglücklicher! es ist nur Goldstaub!"
(Quelle: "Charlotte de Latour: Die Blumensprache, oder Symbolik des Pflanzenreichs.")

Ceres ist die römische Göttin des Ackerbaus, der Fruchtbarkeit und der Ehe. Ebenso gilt sie als Gesetzgeberin. Sie war die Tochter des Saturnus und der Ops.
(Quelle: Wikipedia)

Ringelblume, Dotterblume, Goldblume


Ringelblume: Foto Leo Michels
Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler. Andere Namen sind Sonnenbraut, Liebfrauenblume. Goldblume, Totenblume. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober

Die Blumensprache sagt: "Kommt Zeit, kommt Rat!" Oder: "Ich wünsche, mit dir zu tanzen."

Die Dotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die Blütezeit ist von März bis Juni.
Dotterblume: Foto Leo Michels

Nach Charlotte de Latour:
Ringelblume, Goldblume, Dotterblume.
Mühe, Kummer. 

Die Künstlerin Lebrun hat ein kleines niedliches Gemälde verfertigt. Es stellt den Kummer unter der Gestalt eines bleichen, schmachtenden Jünglings bar, dessen gesenktes Haupt unter der Last von einem Gewinde Ringelblumen zu erliegen scheint. Diese goldgelbe Blume hat man zum Sinnbild der Seelenleiden gewählt. Dem Beobachter deut sie viele bemerkungswerthe Sonderbarkeiten dar. Sie blüht fast Jahraus, Jahrein; deshalb nannten sie die Römer Kalenderblume. Ihre Blumen entschließen sich nur von des Morgens früh um neun bis des Nachmittags um drei Uhr; sie drehen sich immer nach der Sonne und folgen ihr vom Auf, bis zum Untergang. In den Monaten Julius und August entströmen ihr in der Nacht kleine glänzende Funken; eine Eigenschaft, die man auch noch bei andern Blumen von der nämlichen Farbe finden soll.

Man kann die schwermüthige Bedeutung dieser Blume auf mehrfache Weise ändern. Mit einer Rose wird sie das Symbol der süßen Sorgen der Liebe; allein bezeichnet sie Langeweile; mit mehrern Blumen von verschiedener Art verflochten, deutet sie darauf hin, daß das Leben ein Gewebe von wechselnden Freuden und Leiden ist. Im Orient will man mit einem Strauß von diesen Blumen und Mohn sagen: „Ich werde deine Sorgen lindern."

Durch solche Zusammenstellung von Blumen, wird ihre Sprache der Dollmetscher unserer Gedanken und Gefühle.

Margaretha von Orleans, die Großmutter Heinrichs IV. von mütterlicher Seite, hatte zum Sinnbild eine Ringelblume, die ihren Kelch nach der Sonne kehrte, mit dem Wahlspruch: „ Ihr nur will ich folgen." Sie wollte damit andeuten, daß alle Ihre Gedanken, alle ihre Wünsche lediglich nach dem Himmel gerichtet wären, wie sich die Ringelblume nur stete zur Sonne wendet. -

Wohl dem, der sie zum zum Vorbild wählet,
Zum Himmel schaut mit Zuversicht!
Wenn ihn ein innrer Kummer quälet,
Umstrahlet ihn der Hoffnung Licht,
Und sie erhellt die dunklen Pfade
Bis zu Elysiums*) Gestade.

Elysium = Elysion, die Insel der Seligen, in der Griechischen Mythologie

Quelle: Charlotte de Latour: "Die Blumensprache, oder Symbolik des Pflanzenreichs"