Was Blumen sagen:
Jede Blume hat ihre eigene Bedeutung. Was ein Strauß roter Rosen sagen soll, ist wohl jedem bekannt. Aber wie sieht es aus mit dem Veilchen, was im Verborgenen blüht, mit der Osterglocke, dem Lavendel? Doch nicht nur über die Bedeutung der verschiedenen Blumen soll hier berichtet werden, auch Gedichte und eventuell Erzählungen, die im Zusammenhang mit der beschriebenen Blume stehen, werden vorgestellt. Auch über verschiedene Heilkräuter und deren Wirkung wird informiert.
Symbol für göttliche und irdische Liebe, Verlöbnis, Eitelkeit, Freundschaft, kämpferische Gemeinschaft. Bedeutung: überströmendes Schenken, Großzügigkeit.
Der deutsche Name Nelke entstand wohl wegen der Ähnlichkeit und des Duftes mit der Gewürznelke. Der Duft mancher Nelkenarten ähnelt tatsächlich auch stark der Gewürznelke. Die größeren gezüchteten Nelken duften häufig überhaupt nicht mehr.
Die Nelke ist eine sogenannte Modeblume. Es bedeutet, dass sie immer wieder erscheinen, danach wieder verschwinden. Unzählige Nelkensorten zeugen vom Eifer der Züchter. Für die Vase sind besonders die langstieligen Sorten interessant, sogenannte Edelnelken. Sie sind fester Bestandteil des Angebotes und werden zu fast allen Anlässen verschenkt. Sie sind recht pflegeleicht und relativ lange haltber. Die kräftigen Farben und schönen Blüten setzen einen Akzent in jedem Strauß und Gesteck.
Gedichte über die Nelke
Wie die Nelken duftig atmen!
Wie die Nelken duftig atmen! Wie die Sterne, ein Gewimmel Goldner Bienen, ängstlich schimmern An dem veilchenblauen Himmel!
Aus dem Dunkel der Kastanien Glänzt das Landhaus, weiß und lüstern, Und ich hör die Glastür klirren Und die liebe Stimme flüstern.
Holdes Zittern, süßes Beben, Furchtsam zärtliches Umschlingen Und die jungen Rosen lauschen, Und die Nachtigallen singen.
Der wunderbare Duft von Veilchen fasziniert seit jeher. Sie blühen im Verborgenen und gelten als bescheiden. Das Veilchen ist Symbol für Jungfräulichkeit, Demut, Bescheidenheit, Anstand, Paradies, Frühling und Hoffnung, Treue und Liebe.
Die Veilchen sind von zwiespältiger Bedeutung. Die Demut und die Bescheidenheit sind sprichwörtlich für das Veilchen, das im Verborgenen blüht. Dennoch erklärten viele machthungrige Menschen das Veilchen zu ihrer Lieblingsblume.
Eine weitere Bedeutung des Veilchens ist die Geduld. Die violette Farbe und der herrliche Duft machen einen Veilchenstrauß in jeder Wohnung zum Hingucker.
Gedichte über das Veilchen
Das Veilchen und der Schmetterling
Ein Veilchen auf der Wiese stand
an Baches Rand und sandte ungesehen,
bei sanftem Frühlingswehen
süßen Duft durch die Luft.
Da kommt auf schwankendem Flügel
ein Schmetterling über den Hügel
und senket zur kurzen Rast
zum Veilchen sich nieder als Gast.
Schmetterling:
Ei! Veilchen! Wie du töricht bist,
zu blühen, wo niemand dein genießt!
Veilchen
Nicht ungenossen blüh ich hier,
ein Schäfer kommt gar oft zu mir
und atmet meinen Duft und spricht:
"Ein solches Blümchen fand ich nicht,
wei Veilchen du! Auf Wiesen, Auen
ist keines mehr wie du zu schauen!
Schmetterling
`s ist schöner doch, glaub meinem Wort,
zu blühn auf freier Wiese dort,
in jener bunten Blumenwelt,
als hier im dunklen Schattenzelt!
Veilchen
Hier bin ich meines Schäfers Wonne,
dort aber bleichet mich die Sonne,
und ohne Farbe, ohne Duft,
find ich zu früh dort meine Gruft,
drum blüh ich in der Einsamkeit,
wenn auch nur Einer mein sich freut.
Nikolaus Lenau (1802-1850)
Ausschnitt aus: Das Blümlein Wunderschön: Das Lied des gefangenen Grafen ( vertont von Hugo Wolf)
Das Veilchen:
Ich steh verborgen und gebückt
Und mag nicht gerne sprechen,
Doch will ich, weil sichs eben schickt,
Mein tiefes Schweigen brechen.
Wenn ich es bin, du guter Mann,
Wie schmerzt michs, daß ich hinauf nicht kann
Dir alle Gerüche senden.
Der Graf:
Das gute Veilchen schätz ich sehr:
Es ist so gar bescheiden
Und duftet so schön; doch brauch ich mehr
In meinen herben Leiden.
Ich will es euch nur eingestehn;
Auf diesen dürren Felsenhöhn
Ists Liebchen nicht zu finden.
Johann Wolfgang von Goethe (1766-1832)
Das Veilchen
Ein Veilchen auf der Wiese stand
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzig's Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin,
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn,
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.
"Ach!" denkt das Veilchen, "wär' ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!"
Ach! aber ach! das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut' sich noch:
"Und sterb' ich denn, so sterb' ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch."
Johann Wolfgang von Goethe (1766-1832)
Ein Spruch, der häufig in Poesiealben geschrieben wurde:
Blüh' wie das Veilchen im Moose,
bescheiden, sittsam und rein.
Nicht wie die stolze Rose,
die immer bewundert will sein.
Mohnblumen - auch Klatschmohn genannt - sind Symbol für Fruchtbarkeit, Schlaf, Vergessen, Tod, Versuchung, Selbstverlorenheit, Liebesleid, Trost, Passion Christi.
Vielleicht könnte man die Mohnblume auch als Zeichen der Vergänglichkeit deuten. Heute noch blüht sie wunderschön, morgen schon verliert sie alle Blätter.
Die antike Symbolik der Mohnblume war eher düster. Bei den Griechen war der Mohn nämlich der Unterweltsgöttin Persephone geweiht. Hyphnos, der Gott des Schlafes wurde oft mit Mohnblüten in der Hand dargestellt. Mohn über die Schwelle ins Haus zu bringen, brachte einer Liebe Unglück.
Besonders auffallend an der schönen Blüte ist natürlich ihre leuchtende, tiefrote Färbung. Auch wenn wir fast alle griechischen Mythen vergessen haben, bleibt diese Einheit von kräftigstem Rot und zartester Gestalt von hohem Reiz. Die Behutsamkeit, mit der wir den Mohn überreichen, ist ein Zeichen für die Freundlichkeit des liebenden Umgangs miteinander.
Einen Strauß mit Mohnblumen zu verschenken macht wohl wenig Sinn und man wird ihn wahrscheinlich nur in Verbindung mit anderen Feldblumen verschenken. Zusammen mit Margeriten und Kornblumen wird daraus ein sehr schöner Feldblumenstrauß. Doch Vorsicht - die Blätter des Mohns fallen meist schon nach wenigen Stunden ab und man hat mehr davon, wenn man ihn auf dem Feld, der Wiese, wo er meist noch selten vorkommt (er gilt beim landwirtschaftlichem Anbau als Unkraut), stehen lässt.
Anmerkung:
Diese Beschreibung bezieht sich auf die Mohnblume, bzw. den Klatschmohn, der auf unseren Wiesen und Feldern wild wächst bzw. in unseren Gärten blüht und nicht auf den Mohn, der in verschiedenen Ländern angebaut und zu Ophium verarbeitet wird. Die in unseren Breiten angebauten Mohnsorten eignen sich bekanntlich nicht für die Herstellung dieses Suchtmittels.
In der Bedeutung von Blumen sind Narzissen Symbol für Eigenliebe, Unfähigkeit, andere zu lieben, Frühling und Fruchtbarkeit, Schlaf und Tod, Brautstand (weiße Narzisse), Sieg Christi über den Tod, Unglückliche Liebe, Ritterlichkeit Eitelkeit.
Die Blumensprache sagt: "Du bist eitel." - "Schluss mit der Koketterie."
Die Narzisse kündigt den Frühling an. Sie ist Bote des Winterendes und Frühlingslichts. Sie ist ein Symbol des erwachenden Frühlings. Während die weiße Narzisse einen starken Duft versprüht, ist die gelbe Osterglocke nahezu geruchlos. Man nennt die Osterglocke auch "gelbe Narzisse". Den Namen Osterglocke hat sie wohl daher, dass Sie bereits zu Ostern blüht.
In einem ersten bunten Frühlingsstrauß, in dem man sie meist mit Tulpen zusammen bindet, darf die Osterglocke nicht fehlen.
Gedichte über Osterglocken und Narzissen
Narzissen
Weißt du noch, wie weiß, wie bleich
in den Maiendämmerungen,
wenn ich lag, von dir umschlungen,
dir zu Füßen hingerissen,
um uns schwankten die Narzissen?
Weißt du noch, wie heiß, wie weich
in den blauen Juninächten,
wenn wir, müde von den Küssen,
um uns flochten deine Flechten,
Düfte hauchten die Narzissen?
Wieder leuchten dir zu Füßen,
wenn die Dämmerungen sinken,
wenn die blauen Nächte blinken,
wieder duften die Narzissen.
Weißt du noch, wie heiß? wie bleich?
Diese herrlich duftende Pflanze steht für Reinheit, klares Leben, Erinnerung, geheimes Einverständnis, Abwehr des Teufels.
Die Blumensprache sagt: "Du sprichst in Rätseln."
Herrliche Felder mit blühendem Lavendel in der Provence haben schon viele Künstler und Fotografen angeregt, wunderschöne Bilder zu malen oder Lavendelfelder zu fotografieren.
Lavendula kommt vom lateinischen lavare = waschen. Beim Lavendel ist es der Duft, der die Illusion der Reinigung schaft. Dieser Duft hat die seltene Eigenschaft, zu entspannen und zugleich anzuregen, was ein Gefühl innerer Harmonie vermittelt. Lavendelöl dient auch oft dazu, Kopfschmerzen zu vertreiben.
Man nimmt dazu ein Duftlämpchen, tropft ein paar Tropfen Lavendelöl in die obere Schale und verdünnt es mit Wasser. Wenn man unter die Schale ein Teelicht ansteckt, verdunstet die Flüssigkeit und verbreitet einen angenehmen Duft im Raum. Lavendel gibt es als Raumspray, Öl, Seife, Schrankpapier etc. Getrockneter Lavendel - in Säckchen gepackt und in den Kleiderschrank gehängt - soll auch Motten und Ungeziefer vertreiben.