Mittwoch, 13. Februar 2013

Huflattich

Bild von Leo Michels

Huflattig 

(heutige Schreibweise: Huflattich). 

Andere Namen für Huflattich: Eselshuf, Rosshuf, Brustlattich, Märzblume, Giftwurz, Pestwurz

Die Blütezeit ist von März bis April. Erst nach den Blüten kommen die Blätter. Huflattich gedeiht fast überall, auch zwischen Asphalt. Dem Huflattich werden auch Heilwirkungen zugeschrieben. Er soll beruhigend, schweißtreibend, blutreinigend, stärkend und vorbeugend wirken. 


In der Blumensprache hat Huflattich folgende Bedeutung

Laut J. M. Braun: 

Die Ungeduld treibt mich zu dir.


Nach Charlotte de Latour:

Man wird dir Gerechtigkeit widerfahren lassen. 

Das Genie, unter einer bescheidenen Hülle, zieht die Aufmerksamkeit der Menge nicht auf sich. Wenn aber der Blick eines aufgeklärten Richters darauf gerichtet wird, so erwacht es in seiner Stärke, und ihm wird auch die Bewunderung derjenigen zu Theil, die wegen ihrer frühen rohen Gleichgültigkeiten es nicht fassen konnten.

Ein junger Müller in Holland fühlte einen großen Hang zur Malerei; in seinen Mußestunden, übte er sich daher, die Gegenden in und bei seinem Wohnorte darzustellen. Die Mühle, die Heerde seines Brodherrn, eine lachende Wiese, den blauen Himmel, die Wolken der aufsteigenden Dünste, die Licht- und Schattenseite aller sich ihm darbietenden Gegenstände wurden von ihm durch Farben nachgebildet. 

Kaum hatte er das Bild vollendet, trug er es zu einem Farbenhändler, der ihm dafür so viel gab, daß er davon die Kosten zur Anfertigung eines neuen bestreiten konnte. 

An einem Festtage wollte der Schenkwirth seines Wohnorts die Gaststube mit Bildern schmücken. Er erstand also zwei von dem jungen Müller. Ein berühmter Maler kehrte zufällig in dies Wirtshaus ein; er bewunderte die Treue in der Abbildung der Landschaften, und bot für diese Bilder, wofür der Wirth nur einen Thaler gezahlt hatte, hundert Gulden, und erklärte sich gegen den Verkäufer, daß er alle ähnliche Arbeiten von dem nämlichen Künstler ebenso theuer bezahlen wolle.

Dadurch wurde der Ruf des bisher unbekannten Jünglings gegründet, und sein Glück gemacht. Aber eben so verständig, als glücklich, vergaß er seine liebe Mühle nicht; man findet sie fast in allen seinen Gemälden die man mit Recht als wahre Kunstwerke, hochschätzt. 

Den Pflanzen gehet es oft eben so, wie den Menschen; sie bedürfen auch eines Beschützers, um gehörig geschätzt zu werden. Der Huflattig  (Huflattich), trotz seines süßen Wohlgeruchs, hat am Fuße des Pilatusberges lange unbekannt gestanden, und er würde es vielleicht noch seyn, wenn nicht ein Pflanzenkundiger, Villau aus Grenoble, seine wohlriechenden Eigenschaften erforscht hätte. Diese wohlriechende Pflanze erscheint noch in einer Jahreszeit, wo alle andren Blumen schon verschwunden sind. Wie der große Künstler der Lobredner des armen Müller knappen wurde, so wurde Villau der Herold der Vorzüge dieser bescheidenen Pflanze, und sie ist nach der Zeit mit vieler Sorgfalt gezogen und gepflanzt worden.

Verdienst, das anspruchslos sich müht,
Mit dem, was still es wirkt, zufrieden,
Verschmachtet oft verkannt hinieden,
Wenn nicht ein Mächtiger es sieht,
Und es, von seinem Werth durchdrungen,
Hervor aus seinem Dunkel zieht:
Dann zollt die Welt ihm Huldigungen.
Doch das Bewußtsein mehr erfreut,
Als leeres Lob von glatten Zungen,
Vergiftet oft durch Haß und Neid.
(alte Schreibweise wurde übernommen)

(Charlotte de Latour)

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