Dienstag, 12. Februar 2013

Die Blumenwahl - Gedicht von F. Kamla

Ich möchte in meinem Blog nicht nur Gedichte bekannter Dichter vorstellen, sondern auch solche weniger berühmter, wenn sie zu dem Thema Blumensprache passen. Das folgende Gedicht stammt ebenfalls von einem eher unbekannten Dichter.

Heinrich Christian Friedrich Kamla, wurde am 20. Sept. 1792 in Kiel  geboren.
Er studierte in Kiel Rechte,  unterwarf sich aber keiner Staatsprüfung.

1816 übernahm er eine Hauslehrerstelle auf der dänischen Insel Laaland. 1854 kehrte er nach Kiel zurück. Er verstarb in seiner Geburtsstadt am 13. Juni 1857.

1820 erschien von ihm ein Band Gedichte, unter dem Titel: "Knospen". 1858 nach seinem Tode erschien davon eine zweite Auflage in 2 Bänden.

Die Blumenwahl

Frühling kam mit Blumenkörben,
 Lud die Menschen freundlich ein:
„Wer da Freude will erwerben,
Soll mir hold willkommen sein!"

Kam der Knabe leicht gesprungen,
Mustert froh den reichen Flor,
Nimmt, von Farbenschein bezwungen,
Rasch die Tulpe sich hervor.

„Wie die Anmuth sanfter Frauen"
Spricht der Jüngling still, und wählt
"Bist du, Röschen, anzuschauen,
Bist von Liebesglut beseelt."

Lorbeer faßt des Mannes Rechte;
„Um die Stirn der That so schön
Wird noch künftigem Geschlechte
Deiner Blätter Frische weh'n !"

Nimmt der Greis mit frohem Beben
Das bescheidne Immergrün:
"Hoffnungsbild, du sollst durchs Leben,
Und nach oben mit mir zieh'n!"

Kamla, Heinrich Christian Friedrich

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